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Wir über uns

Kunst als Sozialer Kitt

Darf Kunst konkrete soziale Aufgaben erfüllen?

Die Gesellschaft driftet auf vielen Ebenen auseinander. Das offensichtliche Phänomen ist die vielzitierte Einkommensschere und alles was mit ihr im Gefolge kommt. Weniger vordergründig ist, dass die zeitgenössische und moderne Kunst programmatisch eher soziale Gräben vertieft, als sie zu schließen. Die „Avantgarde“, ist seit der Moderne Zugpferd und Maßstab für die Entwicklung der Kunst und impliziert Exklusivität für Eingeweihte. Der Kunstmarkt befördert solche Tendenzen: Eine gewisse Unzugänglichkeit, manchmal auch Dekadenz gilt als Verkaufsanreiz für Kunden, die sich vom „Normalen“ distanzieren möchten. Das erscheint uns relativ „normal“ in der Kunst.

Auch wenn wir der Avantgarde in keiner Weise die Bedeutung absprechen wollen, so verstehen wir uns selbst im Gegensatz dazu als „Tross“. Wir sind Teil der Versorgungseinheit am Ende der Karawane, die mit dem Lebensnotwendigen versorgt und darauf achtet, dass keiner zurückbleibt.

Wir möchten das Entstehen von positiven Verbindungen fördern – zwischen Menschen, Gruppen, Orten und Kunst. Echte Beteiligung schafft emotional verankerte Verbindungen. „Echt“ heißt für uns, dass die persönliche kreative Leistung der Mitwirkenden unmittelbar in die Projekte einfließt. Wovon wir uns distanzieren ist Scheinbeteiligung. Das sind für uns Konzepte, in denen die Mitwirkenden lediglich als Statisten oder künstlerisches Material eingesetzt werden. Dazu gehören auch die üblichen Ideenwettbewerbe, bei denen die Beiträge im besten Fall nur indirekt berücksichtigt werden.

Mit unserer Einstellung zur Beteiligung geht einher, dass wir unsere Autorenschaft als Künstler weitgehend zurücknehmen. Wir definieren einen konzeptionellen Rahmen. Innerhalb dessen ist Platz für Ergebnisoffenheit: Ein Beteiligungsprojekt entzieht sich in Teilen des Prozesses der Kontrolle, dann kann es als solches wirken. Damit zieht eine gewisse Laienästhetik ins Werk ein, die uns willkommen ist. In unseren Konzepten werden die Beiträge von Mitwirkenden nicht als „Trash“ aufgefasst, sondern explizit gewürdigt.

Damit die Kreativität der Beteiligten möglichst ungehindert einfließen kann, wählen wir Techniken und Handlungen, die einfach sind, zur Improvisation einladen und Spaß machen. Das Gesamtergebnis spiegelt die Lebendigkeit des Prozesses wieder. Lebendigkeit und Veränderlichkeit sind Aspekte unserer Kunstwerke, die Orten eine menschliche Dimension verleihen und diese „wohnlich“ werden lassen. Nach unserer Erfahrung ist dies auch ein wirksames Prinzip gegen Vandalismus.

Andreas Schön und Matthias Berthold

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